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WordPress Plugins zu Paketen schnüren mit WPCore

WPCore - TitelbildWer öfters WordPress-Blogs installiert und Herr (oder Frau) mehrerer Blogs ist, kennt sicherlich folgende Problematik. Jeder von uns hat über die Jahre seine persönlichen Lieblings-WordPress-Plugins gefunden, die einfach immer dabei sind und zur Grundausstattung eines jeden Blogs gehören, den man aufsetzt.

Leider kann das Ganze recht schnell müßig werden, da man jedes einzelne Plugin erst über das WordPress-Backend suchen, installieren und aktivieren muss. Je mehr Plugins zum persönlichen Standard-Set gehören, umso langwieriger wird das Drama. Abhilfe schafft hier ein Dienst namens “WPCore”, den ich euch im Folgenden vorstellen möchte.

Was kann WPCore?

WPCore ist Online-Dienst und WordPress-Plugin zugleich. Mittels WPCore lassen sich Plugin-Pakete (bei WPCore “Collections” genannt) schnüren. Eine Collection kann mehrere WordPress Plugins umfassen und hat eine eindeutige ID. Mittels des WPCore Plugins lässt sich die eigene Collection dann anhand der ID finden und installieren.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Alle Lieblings-Plugins müssen nur noch einmal gesucht und in einer Collection zusammengefasst werden. Von da an muss beim Aufsetzen eines neuen Blogs nur noch das WPCore Plugin installiert werden, über welches dann die jeweiligen Collections nachgeladen werden. WPCore ist hierbei so intelligent, dass es sich nur die “Namen” der Plugins in einer Collection merkt und nicht das komplette Plugin in einer Collection speichert. So lädt WPCore bei der Installation einer Collection immer die neueste Version des Plugins.

WPCore ist in einer kostenlosen als auch in einer Bezahlvariante verfügbar. In der kostenlosen Variante dürfen maximal 5 Collections mit maximal 18 Plugins pro Collection angelegt werden. Zudem lassen sich nur Plugins hinzufügen, die sich im offiziellen WordPress-Plugin-Verzeichnis befinden. Für 7$/Monat oder 50$/Jahr darf man bis zu 100 Collections mit bis zu 100 Plugins pro Collection anlegen. Außerdem lassen sich dann auch Plugins per Upload hinzufügen, die sich nicht im offiziellen Verzeichnis befinden. Für die meisten Fälle dürfte die kostenlose Variante jedoch ausreichen.

Eine Collection mit WPCore erstellen

Um die Funktionsweise zu verdeutlichen, habe ich eine Collection mit meinen Standard-Plugins erstellt und die einzelnen Schritte dokumentiert.

Nach der kostenlosen Registrierung und dem ersten Login auf WPCore kann es auch schon losgehen. Über den Menüeintrag “+ NEW” am oberen Rand des Backend lässt sich eine neue Collection erstellen. Hierbei müssen drei Entscheidungen getroffen werden:

  • Wie soll die Collection heißen? (Collection Title)
  • Was beinhaltet die Collection (Collection Description)
  • Soll die Collection für alle WPCore-Nutzer sichtbar sein? (Public / Private)

Mit einem Klick auf den “Continue…”-Button wird die Collection angelegt.

WPCore - Collection erstellen  WPCore - Plugins zu Collection hinzufügen  WPCore - Collection Details

Im nächsten Schritt können der Collection WordPress-Plugins zugewiesen werden. Hierzu kann man direkt auf WPCore nach den Plugins suchen. Mögliche Treffer werden bereits während des Tippens angezeigt. Hat man das passende Plugin gefunden, wählt man es aus und fügt es per Klick auf den “Add”-Button zu seiner Collection hinzu.

WPCore - Plugin-Url TrickManchmal kann das Hinzufügen etwas schwierig sein. So zeigt die Suchmaske in manchen Fällen einfach nicht das richtige Plugin an, obwohl jenes definitiv im WordPress-Repository existiert. Hier hilft folgender kleiner Trick. Der Name des Plugins, den WPCore benötigt ist ein Teil der Url aus dem WordPress-Plugin-Verzeichnis. Wenn ihr also ein Plugin nicht über die WPCore-Eingabemaske findet, dann schreibt einfach den passenden Teil der Url in das Eingabefeld und klickt auf “Add”. Nebenstehender Screenshot verdeutlicht noch einmal welcher Teil der Url gemeint ist.

WPCore Collections installieren

Wenn ihr eure Collection vollendet habt, geht es an die Installation der Collection in eurem Blog. Hierzu benötigt ihr das WPCore-Plugin, welches ihr direkt aus dem WordPress-Backend eures Blogs oder über das Plugin-Verzeichnis installieren könnt.

WPCore - WordPress Plugin im Verzeichnis  WPCore - WordPress Plugin im Backend

Wenn die Installation abgeschlossen ist, könnt ihr über den WPCore-Menüpunkt beliebig viele Collection-IDs hinzufügen. Hierzu reicht ein Klick auf den “Add a collection key”-Button. Wenn ihr eure Collection-Keys hinzugefügt habt, lädt WPCore mit einem Klick auf den “Save Collections”-Button die Paketinformationen in euren Blog.

WPCore - Collection-Key hinzufügen  WPCore - Collection-Key eingelesen  WPCore - Plugin Installationsliste

Nun können mittels Klick auf den “Install Plugins”-Button alle Plugins des Pakets installiert werden. Achtung: WPCore zeigt nicht immer alle Plugins eines Pakets an, sondern nur jene, die entweder inaktiv oder noch gar nicht installiert sind. Bereits installierte und aktivierte Plugins werden (leider) nicht angezeigt.

Fazit

WPCore ist ein Service, der es definitiv in mein tägliches Toolset geschafft hat. Auch in der kostenlosen Variante lässt sich schon nahezu perfekt Arbeiten und die Zeitersparnis ist, je nach Größe der Collections, enorm.

WPCore ist der erste Service dieser Art, den ich kenne, was jedoch nicht heißen soll, dass es nicht noch mehr oder vielleicht sogar noch bessere Services gibt.

Deshalb frage ich an dieser Stelle gleich einmal in die Runde, ob ihr vielleicht noch Alternativen zu WPCore kennt. Wenn ja, dann ab in die Kommentare damit! Ansonsten würde ich mich interessieren, was ihr von solch einem Dienst wie WPCore haltet und ob ihr euch dessen Verwendung bei eurer Arbeit vorstellen könnt.

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Mehrsprachig bloggen – Gründe und Umsetzungen

Mehrsprachig bloggen in WordPressAls ich das Thema – “Internationalität – die Grenzen der Blogosphäre”- des dieswöchigen Webmaster-Fridays gesehen habe, war ich schon etwas traurig, da ich mir sicher war ,aus Zeitgründen nicht teilnehmen zu können.

Jetzt, da die ersten Artikel erschienen sind und ich feststellen konnte, dass tatsächlich niemand dabei ist, der fremdsprachig oder mehrsprachig bloggt, habe ich mir doch noch ein paar Minuten genommen, um meine Erfahrungen und Meinung mit euch teilen zu können.

Martin hat dem Thema gleich eine ganze Palette an Fragen mitgegeben, von denen ich erst einige beantworten möchte, bevor wir zum Thema mehrsprachiges Bloggen in WordPress kommen.

“[...] Bildet nicht die Sprache im Internet eine Art natürlicher Grenze, die es in bestimmte Gebiete einteilt? Wie geht ihr damit um? Lest ihr in anders-sprachigen Blogs oder Portalen? [...]“

Sicherlich bildet Sprache Grenzen bzw. schafft Barrieren. Im Endeffekt sind die Grenzen jedoch nur so hoch, wie das Unvermögen in der Zielsprache zu kommunizieren. Wer nur auf Deutsch publiziert wird in den meisten Fällen auch nur deutschsprachige Leser bekommen. Wer in Englisch publiziert, bekommt hingegen nicht nur Engländer und Amerikaner, sondern Leser aus der ganzen Welt, begründet dadurch, dass Englisch in etlichen Ländern gelehrt wird.

Ich selbst lese viel und gerne in Englisch. Auch “google” ich oft mit englischen Suchphrasen, um aus einem größeren Angebot aus Treffern schöpfen zu können.

“[...] Beteiligt ihr Euch an Diskussionen in anders-sprachigen Blogs? Lasst ihr Euch von Themen und Diskussionen in anderen Sprachen inspirieren? [...]“

Wenn ein Artikel/Blogbeitrag/Forenbeitrag Grund zur Diskussion gibt und ich die jeweilige Sprache beherrsche, dann nehme ich auch gerne an Diskussionen teil. Aber auch so gebe ich bei Softwareprojekten gerne Feedback – auch in Englisch.

Mehrsprachig bloggen in WordPress

Nun kommen wir zu den (meiner Meinung nach) spannendsten Fragen von Martin, und zwar folgenden.

“[...] Bietet ihr Eure Inhalte auch in anderen Sprachen an? Im Grunde wäre das doch optimal, denn die eigentliche Arbeit beim Bloggen ist ja nicht das tippen, sondern die Kopfarbeit, die hinter einem Artkel steckt. Nutzt ihr ein Translation-Tool, um Eure Inhalte auch in anderen Sprachen verfügbar zu machen? Welche Erfahrungen habt ihr damit gesammelt – lohnt sich so etwas? [...]“

Ja, ich blogge mehrsprachig. Und zwar in Deutsch und Englisch. Als ich diesen Blog hier im Mai 2011 gestartet habe, hatte ich das Thema Mehrsprachigkeit zwar schon auf dem Schirm. Bis es dann aber in die Umsetzung ging, dauerte es noch “einige Tage”, denn anfangs war ich sowohl mit der Konfiguration des Blogs an sich als auch mit der Suche nach einem geeigneten Plugin beschäftigt, sodass sich der Start der englischen Version bis Dezember 2012 hinauszögerte.

Besonders die Suche nach einem geeigneten Plugin hat mich viel Nerven gekostet, da die meisten Plugins zum Betreiben eines mehrsprachigen WordPress-Blogs damals auf Javascript setzten, was zwar schön aussieht, aber SEO (Suchmaschinenoptimierung) technisch eher Bescheiden war. Letztendlich landete ich dann bei Multilingual Press. Die Gründe dafür könnt ihr bei Belieben hier nachlesen.

Mein Ziel bei der Aktion “mehrsprachig bloggen” war es, mehr Menschen mit meinen Artikeln zu erreichen. Ich wollte sehen, ob mein Englisch gut genug ist, um von Leuten über Google gefunden zu werden und ob meine Artikel auch von internationalen Lesern angenommen werden würden. Fazit der Aktion – der Plan ist aufgegangen. Die Besucherzahlen haben sich relativ schnell der deutschen Abteilung meines Blogs angeglichen, ohne dass ich dabei größere Einbußen auf der deutschsprachigen Seite hatte. Das zeigt unten stehender Screenshot der ersten 12 Monate nach dem Start der englischen Seite auch ganz gut.

Vergleich Besucherzahlen code-bude.net mit en.code-bude.net

In einem Punkt muss ich Martin jedoch widersprechen. Das sinnvolle und sinngemäße Übersetzen macht (zumindest mir) mindestens genauso viel Arbeit wie das ursprüngliche Verfassen des jeweiligen Blogartikels.

Zwar lasse ich mir teils grobe Vorschläge durch Google Translate unterbreiten, jedoch schraube ich dann an jedem Satz noch ein paar Mal herum, stelle ihn um, schaue Vokabeln auf dict.cc nach und lasse teils noch einmal von jemanden Dritten gegenlesen. Wenn ich schon nicht perfekt Englisch kann, dann kann ich schließlich wenigstens mein Bestes geben, ein (für meine Mittel) optimales Ergebnis zu erzielen.

Da das Ganze jedoch eine Menge Arbeit ist, habe ich bis heute leider immer noch nicht alle Artikel übersetzt. Von den 258 Artikeln auf der deutschen Seite sind bisher 140 auf Englisch übersetzt. Bei bis zu 4000 Wörtern pro Artikel brauche ich da aber wie gesagt auch immer ein bisschen für. Dennoch will ich am Ball bleiben – die Besucherzahlen sind da mein größter Zuspruch.

Was andere Teilnehmer sagen

Und ihr? Bloggt jemand von euch noch in einer anderen Sprache oder sogar mehrsprachig?

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Update: Cloud Downloader 2.2

Cloud Downloader Update 2.2 - Soundcloud DownloaderDas letzte Cloud Downloader Update ist mittlerweile schon gute anderthalb Jahre her. Bisher gab es aber auch wenig Anlass eine neue Version zu veröffentlichen. Der Downloader funktionierte tadellos und großartige Feature-Requests gab es nicht.

Seit 2 Tagen häufen sich jedoch die Fehlermeldungen, dass der Download nicht mehr klappen würde und tatsächlich hat Soundcloud die eigene Webseite ein wenig überarbeitet. Nichtsdestotrotz gibt es heute schon ein Update und somit auch wieder einen funktionierenden Cloud Downloader. Ein paar kleinere Bugfixes sowie ein neues Feature sind auch enthalten.

Changelog (Version 2.2):

  • Bugfix: Such- und Downloadfunktion gefixt
  • Bugfix: Downloader stürzt nicht mehr ab, wenn man die Spaltensortierung nutzt während es keine Suchergebnisse gibt
  • Feature: Der “Download beendet”-Sound kann nun abgeschaltet werden
  • Refactored: Die Methoden zum Speichern der Einstellungen wurden überarbeitet und unanfälliger für Fehler gemacht
  • Refactored: Die Updatesuche wurde verbessert

Zum Download: Cloud Downloader 2.2

Ich hoffe euch gefällt das neue Release. Hinterlasst doch einfach ein kurzes Feedback oder gebt ein “Like”.

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“Hakuna Matata, Bitch!“ – Brauchen Schüler Smartphones?

Brauchen Schüler Smartphones?Ich bin 23 Jahre jung, lebe in einer Partnerschaft und bin kinderlos. Im Folgenden soll es dennoch um den Umgang mit Kindern sowie dem Einfluss von Technik in der Erziehung gehen.

Ich fahre täglich Bahn und wenn es mir gelingt einmal zeitig Feierabend zu machen, dann treffe ich gezwungenermaßen oft auf Schulkinder und beobachte immer öfter folgende Gegebenheit, um die es im folgenden Artikel gehen soll. Kinder (ich wähle bewusst dieses Wort und nicht Jugendliche) starren auf Ihre Smartphones, chatten im Viererabteil vom einen Sitz zum anderen und sind wie gefesselt von Ihren Smartphones. Internet am Smartphone? Eine Selbstverständlichkeit. Facebook, Twitter, YouTube. Natürlich alles unbegrenzt und ungefiltert.

“Hakuna Matata, Bitch!“

Da sitzen Sechstklässler und zeigen Fotos von posenden Mädchen aus ihrer Stufe in der Bahn rum. Da hört man Sprüche wie: „Alter, jetzt hat die sich voll selbst-gedisst. Hakuna Matata, Bitch!“

In solchen Momenten frage ich mich, ob ich weinen oder lachen soll. „Hakuna Matata, Bitch!“ – soweit ich mich erinnern kann, habe ich mit dem ersten Teil dieses Ausspruchs immer einen wirklich tollen Zeichentrickfilm (Der König der Löwen) verbunden. Ich zweifle stark daran, dass der Junge, aus dessen Mund dieser Spruch kam, den Film je in voller Länge gesehen hat.

Und genau darum soll es gehen. Ich finde, dass ein Kind in der fünften oder sechsten Klasse (oder in der Grundschule) noch kein Smartphone besitzen muss. Erst recht nicht mit mobilem Internet. (Im WLAN könnte man im Router zu Hause ja wenigstens noch Onlinezeiten oder eine Whitelist einrichten.) SMS und Telefonie reichen meiner Meinung nach vollkommen aus. Und ich frage mich weiter, warum ich so denke und ob es der richtige Ansatz ist?

Als ITler gegen IT

Ich arbeite in der IT-Branche, bin Vollblut-Nerd – liebe also Technik – und bin für fast jede neue technische Errungenschaft zu begeistern und dennoch will ich nicht, dass meine Kinder (später mal) in den frühen Genuss der IT (in Form von Smartphones) kommen. Andererseits vertrete ich die Digitalisierung, versuche für Informatik zu begeistern und stets die Vorteile smarter, assistierender Systeme zu preisen.

Ich frage mich, warum ich genau in dem Punkt “Smartphone für Kinder” so konträr zu meiner eigentlichen Meinung stehe. Als ITler sollte ich doch der Letzte sein, der Kindern den Zugang zu Technik verwehren möchte. Müsste es nicht eigentliche die jetzige Elterngeneration sein? Jene, die zu Teilen noch nicht zu den Digital Natives zählen? Müsste diese Generation nicht meine Rolle einnehmen und ich Ihre? Müsste nicht ich predigen: „Gebt den Kindern ein Smartphone. Die Technik beschützt sie, hilft beim Lernen und gibt Sicherheit. Je früher sie den Umgang mit Technik lernen, umso besser schlagen sie sich im späteren Leben im Umgang mit eben dieser.“

Es fehlt die Elternperspektive

Wieso sehe ich das Ganze nur so kritisch und warum hat fast jedes Kind ein Smartphone? Wie ich eingangs schon erwähnte, bin ich noch kinderlos und selbst recht jung. Verändert sich die Perspektive, wenn man erst mal „Eltern geworden“ ist? Aber sollte sich die Perspektive nicht eher in Richtung eines Schutzinstinkts ändern, sodass eigentlich meine Sicht auf die Dinge bestärkt werden sollte?

Ich würde mich freuen, wenn vielleicht ein paar Eltern unter diesem Artikel Stellung beziehen würden. Mich interessiert, welche Position ihr bezieht/Sie beziehen und vor allem warum. Möge die Diskussion beginnen! Ich freue mich auf Eure/Ihre Beiträge.

 

Das Artikelbild steht unter CC BY 2.0 Lizenz und stammt von Jenny Downing.

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Gastartikel: 9 Tipps, um WordPress vor Hackern zu schützen

WordPress SicherheitstippsWeltweit bedienen sich inzwischen über 70 Millionen Webseiten der Dienste von WordPress. Das CMS ist inzwischen längst nicht nur die erste Anlaufstelle für kleinere Privatblogs und Online-Projekte, sondern wird dank der hohen Flexibilität und der vielen Gestaltungsmöglichkeiten auch immer attraktiver für Unternehmen, die sich eine ansprechende unkompliziert Webpräsenz wünschen ohne hohe Kosten. Doch mit der steigenden Popularität wird das CMS auch ein immer ergiebigeres Ziel für Hacker, die sich erhoffen, über Angriffe auf Websites an sensible Daten zu gelangen oder anderweitig Schaden anzurichten. Über Injektionen in die MySQL-Datenbank, geteilte Ordner, Javascript oder PHP-Code sind Hacker dabei sogar in der Lage, Webseiten gänzlich außer Betrieb zu setzen, nachhaltig zu zerstören oder zur Verbreitung von Malware zu verwenden. Wer also vermeiden möchte, dass er irgendwann beim Aufruf der eigenen Webseite von oben stehender Warnung begrüßt wird, nimmt sich am besten die folgenden 9 Tipps für höhere WordPress-Sicherheit zu Herzen:

1. Updates nutzen

Ein Großteil der Hacks hat ihren Ursprung in Sicherheitslücken, die von veralteter Software hinterlassen werden – das gilt sowohl für die WordPress-Installation an sich als auch für sämtliche Plugins, die verwendet werden. Trotz der Open Source-Natur von WordPress, verfügt die Publikationsplattform über eine extrem große und aktive Community, die Sicherheitslücken umgehend stopft, sobald sie auftreten und entsprechende Updates versendet. Wer diese nicht nutzt und sich somit angreifbar macht, ist im Endeffekt selbst schuld, wenn seine Seite infiziert wird.

2. Login-Daten mit Bedacht wählen

WordPress LoginfensterDas Erste, was Hacker versuchen, wenn sie ins Backend einbrechen wollen, ist testen, ob ein Account über den Standarduser „Admin“ läuft. Wer einen solchen verwendet, sollte also zusehen, dass er ihn löscht und stattdessen mit einem Account arbeitet, der seinen eigenen Namen trägt – oder besser noch: Einen Namen, der nicht aus den Inhalten der Webseite hervorgeht. Auch das Passwort sollte gut gewählt sein. Ein bombensicheres Passwort setzt sich optimalerweise aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen zusammen, wobei in diesem Zeichensalat keine bestehenden Begriffe zu erkennen sind. Wer sich eine solche komplizierte Aneinanderreihung von Zeichen verständlicherweise nicht merken kann, dem sei zu einem Passwort-Manager geraten.

3. Sichere Verbindung zum Server verwenden

Normale FTP-Zugänge sind inzwischen unsicher geworden. Für Hacker ist es ein Leichtes, Daten über dieses Protokoll abzufangen, wenn sie es darauf anlegen. Deswegen sollten User wann immer es möglich ist auf SFTP oder SSH-Verbindungen zurückgreifen, um ihre Dateien auf den Server zu übertragen sowie ihre Webseite über HTTPS bzw. gegebenenfalls SSL zur Verfügung stellen.

4. Sicheren Webhoster aussuchen

Wer seine WordPress-Installation selbst über einen Webhoster betreibt (was zu empfehlen ist), sollte sich gut überlegen, bei welchem Webhoster er Serverplatz erstehen möchte. Nicht alle Webhoster bieten die gleichen Sicherheitsstandards. Während bei den besten Hostern der Service vom Passwortschutz und täglichen Backups über SMTP- und SSL-Verschlüsselung bis hin zum Spam- und Antivirenschutz reicht, gibt es auch Anbieter, die nichts davon gewährleisten und die Webseiten somit sehr angreifbar machen. Eine Übersicht über die Leistungen verschiedener Webhoster gibt es auf der Vergleichsplattform Netzsieger.de.

5. Datei- und Ordner-Rechte im Auge behalten

WordPress Dateirechte setzenViele WordPress-Nutzer gewähren sämtlichen Dateien und Ordnern gleich nach der Installation die Zugriffsrechte 777, also größtmögliche Rechte, um Komplikationen beim Upload von Dateien zu vermeiden. Man könnte genauso gut auch den roten Teppich für die Hacker ausrollen. Sehr viel sicherer sind die Rechte 644 für Dateien und 750 für Ordner – so ist die Webseite gesichert genug vor dem Zugriff Unbefugter und der User hat trotzdem keine Probleme beim Upload von Dateien.

6. Themes und Plugins nur von vertrauenswürdigen Quellen beziehen

Die Zahl der Viren, die in Themes und Plugins versteckt werden, steigt kontinuierlich – insbesondere in Raubkopien. Daher sollten entsprechende Software-Pakete nur von Anbietern bezogen werden, die als sicher eingestuft werden, z. B. WordPress selbst. Das hat einen positiven Nebeneffekt: Wer Plugins und Themes von etablierten Herstellern bezieht, kann auch sicher sein, dass er kontinuierlich mit Updates versorgt wird und somit Sicherheitslücken geschlossen werden.

7. Security-Plugins verwenden

Eigentlich ein Ratschlag, der auf der Hand liegen sollte, aber doch häufig vergessen oder zumindest nicht weit genug ausgeführt wird, denn das vorinstallierte Aksimet, das sich einigermaßen effizient um die Beseitigung von Spam bemüht, geht lange nicht weit genug, um eine Webseite ausreichend abzusichern. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Vom Virenscanner bis zum Backup-Plugin steht alles kostenlos zur Verfügung. Auch Plugins, die Code-Injektionen verhindern, unautorisierte Dateiänderungen im Auge behalten oder sogar die Login-Seite vor Unbefugten verstecken sind frei verfügbar. Im Frontend ist zudem die Installation einer Captcha-Abfrage bei Kommentaren sinnvoll, um sich vor Spambots zu schützen.

8. Die WP-Config-Datei verstecken

wp-config versteckenDie Konfigurationsdatei ist besonders anfällig für Hacks und für gewöhnlich einfach durch anhängen von /wp-config.php an die URL zu finden. Das lässt sich ändern. Die Datei liegt standardmäßig im WordPress-Ordner, doch WordPress erlaubt es, die Datei einen Ordner darüber, außerhalb von WordPress zu lagern, ohne dass die Seite dadurch lahm gelegt wird. Das allein sorgt bereits für höhere Sicherheit. Zwar gibt es zahlreiche weitere Methoden, um die WP-Config-Datei noch besser zu verstecken – Umbenennung, Erstellung einer reduzierten Kopie, Änderung der Datenbank-Präfixe, etc. – aber wenn man die anderen Sicherheitshinweise befolgt, reicht es bereits aus, sie einfach nicht dort zu hinterlegen, wo Hacker sie erwarten, sondern einen Ordner darüber.

9. Regelmäßige Backups erstellen

Wer mal ganz schlimmes Pech hat, kann seine Webseite noch so sehr vor Malware schützen – er fängt sich trotzdem irgendetwas ein, was die Seite unbrauchbar macht und alle Dateien vernichtet. Auch böse Serverabstürze ohne Hacker-Einfluss soll es schon mal geben. Deshalb ist es wichtig für den Fall der Fälle immer ein aktuelles Backup parat zu haben, um die Webseite ohne großen Aufwand wiederherzustellen. Eine ordentliche Backup-Lösung erledigt das in regelmäßigen Abständen automatisch und einige der Plugins sind – als angenehme Zusatzfunktion – sogar außerordentlich hilfreich, wenn man mit seiner Seite auf einen anderen Server umzieht.

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