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HP N54L Arbeitsspeicher ausbauen und erweitern

HP N54L - RAM austauschenDer erste Artikel zu meinem Homeserver ist nun auch schon wieder eine Weile her. Nichtsdestotrotz hatte ich versprochen, dass Weitere folgen würden und somit folgt nun der zweite Artikel meiner Serie zu meinem Homeserver. Einer der Schritte zum Aufbau des Homeserver war die Erweiterung des Arbeitsspeichers (RAM). Standardmäßig kommt der HP N54L mit 2 bzw. 4 GB RAM daher. (Je nachdem in welcher Variante man den Server bestellt hat.) Da ich den Server jedoch zur Virtualisierung von mehreren Maschinen nutzen möchte, ist dies etwas knapp bemessen.

In diesem Artikel erweitern wir also den RAM von 4 GB (soviel war in meiner Variante verbaut) auf 12 GB. Da das Gehäuse des N54L jedoch besonders klein ist, ist das gar nicht so einfach, weshalb gleich eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung folgt. Doch bevor es losgeht noch ein paar Worte zum Arbeitsspeicher an sich. Will man mehr als 8 GB verbauen, muss man darauf achten, den passenden Arbeitsspeicher zu verwenden, denn der N54L verträgt nicht alles, was theoretisch vom Slot (Anschluss) her auch passt.

Eine Liste mit erfolgreich getestet Modulen findet ihr zum Beispiel in diesem Forenbeitrag. Ich selber habe mich für folgendes 8 GB Modell von Kingston entschieden: KVR1333D3N9/8G

Der rennt zumindest in meinem N54L ohne Ende.

HP N54L Arbeitsspeicher erweitern

Wer gerne Videos schaut, kann sich folgenden Clip ansehen, den ich für diesen Artikel erstellt habe. Wer lieber liest und Fotos guckt, scrollt am Video vorbei.

Kommen wir nun zum eigentlichen Thema des Artikels – der Erweiterung des Arbeitsspeichers unseres Homeservers. Im ersten Schritt müssen wir das Gehäuse öffnen. Dies geht mit dem kleinen Schlüssel, der an der Rückseite des Gehäuses angebracht ist. Ziel ist es nun, das komplette Mainboard aus dem Gehäuse zu entnehmen. Hierzu müssen wir zuerst die drei Kabelstränge aus dem weißen Plastikclip auf der rechten Seite des Gehäuses entfernen. Solltet ihr, so wie ich, einen USB-Stick im internen USB-Port haben, dann entfernt diesen nun auch.

HP N54L - RAM austauschen - Schritt 0  HP N54L - RAM austauschen - Schritt 1  HP N54L - RAM austauschen - Schritt 2

Im nächsten Schritt befreien wir die Zuleitung vom Netzteil aus der Metallführung. (Das ist der dicke Kabelbaum, der in dem schwarzen Netzschlauch eingefasst ist.)

Um die nächsten Kabel zu entfernen, müssen wir das Mainboard nun schon etwas vorziehen. Hierzu müssen die beiden Schrauben mit den blauen Plastikköpfen, je eine auf der rechten und linken Seite des Mainboards, gelöst werden. Dann ziehen wir das Mainboard etwas vor und entferne nun zuerst den weißen Stecker auf der linken Seite, der sich nahe der BIOS-Batterie befindet.

Jetzt gilt es die drei Stecker (ein weißer, ein schwarzer und ein oragener) auf der rechten Seite des Mainboards zu entfernen.

HP N54L - RAM austauschen - Schritt 3  HP N54L - RAM austauschen - Schritt 4  HP N54L - RAM austauschen - Schritt 5

Sind die drei Stecker entfernt, sind wir dem Ziel schon nahe. Nun muss der Stecker für die Festplatten entfernt werden. Er befindet sich links hinter der BIOS-Batterie. Am Stecker selber befindet sich ein Metallplättchen, welches eingedrückt werden muss, um den Stecker aus der Verankerung zu lösen. Solltet ihr wie ich noch eine weitere Festplatte angeschlossen haben, entfernt auch dessen SATA-Kabel.

Jetzt können wir das Mainboard wieder ein gutes Stückchen weiter aus dem Gehäuse ziehen und im letzten Schritt den Stecker, der das Netzteil mit dem Mainboard verbindet, entfernen. Danach lässt sich das Mainboard komplett entnehmen und ihr könnt die Arbeitsspeicherriegel nach belieben hinzufügen bzw. austauschen.

Für den Einbau des Mainboards lest ihr den Artikel einfach rückwärts. (Oder genauer gesagt, befolgt ihr die Schritte in umgekehrter Reihenfolge.)

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Lampe per Klatschen an- und ausschalten mit dem Arduino

Arduino KlatschschalterHeute gibt es mal wieder ein kleines Bastelprojekt. Diesmal frei nach dem Motto: “Gleich klatscht es, aber keinen Beifall!” Denn wenn es heute klatscht, dann sollte am Ende des Artikels eine Lampe an- bzw. ausgehen.

Das Projekt entstand aus der (vermutlich Informatiker-spezifischen) “Notlage”, in der ich mich seit einiger Zeit befand und die wie folgt aussah: Man will abends ins Bett, muss jedoch als Erstes das Schlazimmer-Licht anmachen, um den Schalter der Nachttischlampe zu finden. Daraufhin schaltet man die Nachttischlampe an und läuft wieder zur Tür, um das Schlafzimmerlicht wieder auszuschalten. Ihr merkt schon, das Schlafzimmer-Licht ist eigentlich nur ein Mittel zum Zweck.

Als findiger Informatiker und Bastler verspürt man da doch den unbändigen Drang, den Prozess “Licht an” zu optimieren und so entstand folgende kleine Optimierung an meiner Nachttischlampe.

Nun kann ich direkt beim Betreten des Schlafzimmers die Nachttischlampe mittels zweifachem Klatschen anschalten und spare mir somit den unnötigen Gang zum Bett und vom Bett wieder zurück, um das Schlafzimmer-Licht auszuschalten. Das klingt jetzt vielleicht nach gnadenloser Faulheit und ich sehe auch schon die Ersten von euch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, jedoch geht es hierbei primär um die Bastelei, die mein Nerd-Herz erwärmt.

Klatschalter im Eigenbau – Was braucht man dafür?

Um nun selbst solch eine Konstruktion zu bauen, benötigen wir nur eine Handvoll (relativ) günstiger Komponenten. Für meinen Aufbau habe ich mich folgender Teile bedient:

An Werkzeugen kommt ihr mit folgendem aus:

  • Seitenschneider
  • Lötkolben
  • Messer

Summa summarum macht das rund 24,50€ und ist somit knapp 15€ teurer als der Fertig-Klatschschalter von Amazon für 9,44€. Wer jedoch auch 1-2 Monate auf die Teile warten kann, der bestellt sie bei eBay direkt aus China und kommt dann auf rund 9€ für alles zusammen, womit wir wieder günstiger wären als die Fertiglösung.

Mal ganz davon abgesehen, geht es hier ja sowieso primär um den Spaß an der Bastelei statt darum, ein möglichst günstiges Produkt zu schaffen.

Aufbau und Verkabelung für den Klatschsensor

Haben wir alle Teile beisammen, kann es mit dem Aufbau losgehen. Aufgrund der geringen Komponentenanzahl hält sich der Kabelsalat in Grenzen. (Kein Vergleich zu meinem Arduino-Webradio.)

Schaltplan Arduino KlatschschalterBevor es losgeht noch schnell ein bisschen Theorie bzw. ein paar Worte zur Funktionsweise. Der Arduino soll über den angeschlossenen “Soundsensor” durchgehend lauschen, ob ein besonders hoher Lautstärkepegel vorliegt. Dieser Pegel wird durch das Klatschen erzeugt. Kommt dieser besonders hohe Pegel 2 mal in einem bestimmten Zeitabstand vor, so schaltet der Arduino ein Relay, welches wiederum die angeschlossene Nachttischlampe durchschaltet. Bedingt durch das Relay und den Optokoppler auf dem Relay-Board erreichen wir zudem eine Galvanische Trennung zwischen Mikrokontroller-Ebene und Nachttischlampe.

Mehr zur Programmlogik folgt in einem späteren Abschnitt des Artikels. Nun geht es erst einmal an die Verkabelung. Das nachfolgende Bild sowie die Zuweisungs-Tabelle sollten eigentlich selbsterklärend sein. Wenn ihr dennoch Fragen zur Verkabelung habt, lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Arduino Nano Sound Sensor
5V +5V
D3 OUT
GND GND
Arduino Nano Relay Modul
5V VCC
GND GND
D4 IN2

Programmierung der Klatscherkennung

Arduino Klatschsensor ProgrammablaufplanNun, da alle Kabel sitzen und der Lötkolben abkühlen sollte, kommen wir zur Programmierung. Ein paar grundlegende Gedanken haben wir uns eingangs ja schon gemacht. Das Programm soll also folgende Aufgaben erfüllen: Sensor auslesen, um festzustellen, ob geklatscht wurde. Klatschen vermerken und abspeichern und wenn zweimal geklatscht wurde, das Licht an- bzw. ausschalten. Um das Ganze zu visualisieren, habe ich einen kleinen Programmablaufplan dafür entworfen, den ihr auf der linken Seite sehen könnt.

Einen kleinen Kniff gibt es an dem eigentlich simplen Ablauf dennoch. Wenn der Soundsensor ein Geräusch erkennt, dass lauter als ein voreingestellter Pegel ist, dann vermeldet er beim Auslesen eine 0. Wenn ich jetzt also 1 Sekunde lang schreie, dann löst der Sensor auch mindestens zwei Mal aus, sodass das Licht angehen würde. Wie können wir also unterscheiden, ob jemand zweimal geklatscht hat und nicht der Nachbar mal wieder staubsaugt?

Um dieses Problem zu klären, schauen wir uns doch einfach einmal an, was ein Mikrofon aufnimmt, wenn wir klatschen. Hierzu habe ich mit der Freeware Audacity zwei Aufnahmen gemacht, während der ich jeweils zweimal geklatscht habe. Einmal schneller, einmal langsamer. Schließlich klatschen wir in der Praxis ja nicht immer exakt im gleichen Tempo.

Audio Analyse klatschen - AuswertungDie Aufnahmen in Audacity betrachten wir nun etwas genauer. Anhand des Ausschlags des Pegels können wir erkennen, wie lange ein “Klatscher” dauert und wie viel Zeit vergeht, bis zweimal geklatscht wurde. (Zur Verdeutlichung dient auch nebenstehendes Bild.)

Wir können erkennen, dass das schnelle zweimalige Klatschen rund 170 ms dauert und das langsame 340 ms. Rechnen wir nun noch etwas Toleranz mit ein, können wir behaupten, dass unser “Doppel-Klatscher” innerhalb von 400 ms abgehandelt ist. Dies nehmen wir nun als Sequenzlänge für obigen Ablaufplan. Wir zählen also 400 ms lang alle Peeks (Laustärke-Spitzen / Auslösungen) und schauen dann, ob genau zwei Mal ausgelöst wurde. Wenn unser Nachbar nun staubsaugen würde, dann wäre die Anzahl der Auslösungen auf die Sequenz betrachtet wesentlich höher. So können wir also unterscheiden, ob zweimal geklatscht (geklopft, gepfiffen, geschrien) wurde oder ob irgendeine andere Lärmquelle ausgelöst hat.

Der Quellcode

Nachdem wir nun den Aufbau sowie die Logik hinter der Programmierung behandelt haben, bleibt nur noch der Quellcode offen. Dieser sollte nun eigentlich selbsterklärend sein. Wenn doch noch Fragen zum Quellcode bestehen, schreibt einfach einen Kommentar unter diesen Artikel.

int soundSensor = 3;
int relay = 4;
int claps = 0;
long detectionSpanInitial = 0;
long detectionSpan = 0;
boolean lightState = false;


void setup() {
  pinMode(soundSensor, INPUT);
  pinMode(relay, OUTPUT);
}


void loop() {

  int sensorState = digitalRead(soundSensor);

  if (sensorState == 0)
  {
    if (claps == 0)
    {
      detectionSpanInitial = detectionSpan = millis();
      claps++;
    }
    else if (claps > 0 && millis()-detectionSpan >= 50)
    {
      detectionSpan = millis();
      claps++;      
    }
  }

  if (millis()-detectionSpanInitial >= 400)
  {
    if (claps == 2)
    {  
      if (!lightState)
        {
          lightState = true;
          digitalWrite(relay, HIGH);
        }
        else if (lightState)
        {
          lightState = false;
          digitalWrite(relay, LOW);
        }
    }
    claps = 0;
  }
}

Fazit

Nun ist der Artikel doch etwas länger geworden als gedacht. Dennoch ist der technische Aufbau als auch der Quellcode recht übersichtlich, sodass man wohl gut behaupten kann, dass es ohne großen Aufwand möglich ist, eine beliebige Lampe mit einer “Klatschfunktion” zu erweitern.

Was haltet ihr von dem Projekt? Habt ihr Fragen, Kritik oder Verbesserungsvorschläge? Lasst es mich wissen!

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Projektmanagement mit Karten – Toolding im Test

Toolding ÜbersichtHeute möchte ich euch ein praktisches Online-Tool zum Projektmanagement / zur Projektorganisation vorstellen, über das ich die Tage gestolpert bin. Ganz im Sinne von “Support your local developers” durchstreife ich alle paar Wochen das Netz und suche gezielt nach Start-Ups aus der Region. Dabei bin ich auf das “Toolding” genannte Projektmanagement Tool der beUnity GmbH aus Düren aufmerksam geworden. Doch zurück zum Thema – was ist Toolding und wie funktioniert es?

Was ist Toolding?

Toolding ist ein Online-Werkzeug zur Organisation von Projekten und Aufgaben. Einzelne Tasks, auch Karten genannt, werden in Listen organisiert, die wiederum Bestandteil eines Boads sind. Das klingt erstmal kompliziert ist aber eigentlich wirklich einfach. Ein Board kann man als Projekt ansehen. Jedes Projekt hat mehrere Aufgabenbereich, welche durch die Listen repräsentiert werden. Und jeder Aufgabenbereich hat letztendlich einzelne Aufgaben – die Karten.

Wer meint, dass er nun ein Déjà-vu hat, der liegt richtig. Das ganze klingt nicht nur wie Trello, sondern sieht auch sehr ähnlich aus – und das mit Absicht. Coskun Tuna, der Gründer und derzeitige Geschäftsführer von Toolding macht aus dieser Tatsache auch keinen Hehl. Die Vorteile, die er in seiner Variante sieht, liegen seiner Aussage nach klar auf der Hand – Datenhaltung in Deutschland und damit verbunden, ein höherer Anspruch an den Datenschutz. Das ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor für ein Tool, das im Projektmanagement eingesetzt werden will. Spätestens wenn es im Firmenumfeld eingesetzt werden soll, kommen sensible Daten ins Spiel und längst nicht jedes Unternehmen vertraut seine Firmendaten einem ausländischen Tool wie Trello (bzw. deren Servern im Ausland) an.

Ein erstes Projekt mit Toolding

Kommen wir nun zur Bedienung des Tools. Um euch einen Überblick zu verschaffen, habe ich exemplarisch mal festgehalten, wie man ein Projekt anlegt und was man mit Toolding alles anstellen kann. Dazu betrachten wir meinen (diesen) Blog hier als Projekt.

Nach der Anmeldung auf www.toolding.de, die per E-Mail, Facebook, Google+, Xing oder LinkedIn vollzogen werden kann, wird man mit einem recht nüchternen Anblick konfrontiert. Nun müssen wir die oberste Ordnungseinheit, ein sogenanntes “Board”, dass dem Status eines Projekts entspricht, anlegen. Dies geht über einen Klick auf das kleine Plus-Symbol links neben dem eigenen Namen.

Toolding Anmeldung  Toolding Dashboard  Toolding Board anlegen

 

Während des Anlegens muss der Name des Boards angegeben werden – in unserem Fall code-bude.net – und kann optional ein Team festgelegt werden. Teams werden ebenfalls über das kleine Plus-Symbol angelegt. So kann man als Projektkoordinator verschiedene Teams wie z.B. Design-Team, Entwickler-Team, etc. anlegen und die einzelnen Boards (Projekte) dann den Teams zuweisen.

Ist das Board erst einmal angelegt, geht es mit den Listen weiter. Diese stehen synonym zu Aufgabenbereichen. Für mein code-bude.net-Projekt habe ich je eine Liste für zu verfassende Artikel (“Artikel: ToDo”), Software-Aufgaben (“Projekte: Software”) und Hardware-Basteleien (“Projekte: Hardware”) angelegt. Einzelne Aufgaben lassen sich direkt über die Karten aus der Hauptansicht hinzufügen.

Toolding - Listen anlegen  Toolding - Listen anlegen 2  Toolding - Karten anlegen

Richtig stark wird es, wenn man in die Details einer Karte/Aufgabe geht. Dort lässt sich die Aufgabe dann mit diversen Zusatzinformationen versehen. So kann neben einer Beschreibung, Screenshots, Checklisten und Terminierung auch der jeweils aktuelle Status von den Teammitgliedern kommentiert werden. Einige der Zusatzdetails, wie zum Beispiel der Fortschritt (resultierend aus der Checkliste), werden direkt im Board angezeigt.

Toolding - Details hinzufügen  Toolding - Details hinzufügen 2  Toolding - Details im Board

 

Einzelne Aufgaben können zwischen den einzelnen Listen per Drag’n’Drop verschoben werden. Wer sein Listen also an einem Prozess orientiert, kann die Aufgaben per Drag’n’Drop entlang des Prozess verschieben.

Fazit

Ja, Toolding ist ein Klon. Alles in allem aber ein sehr guter. Die Performance stimmt und die Bedienung ist einfach und macht Freude. Wer auf optische Spielereien wie Hintergrundbilder in den Boards verzichten kann und mit 500MB Speicher für Dateianhänge auskommt, der bekommt mit Toolding ein super Werkzeug präsentiert. Wer mehr als 500MB Speicher braucht, der kann auf eines der Pakete (ab 49,00€/Jahr) zurückgreifen. Um mal eine Relation zu bekommen – bei Trello sind lediglich 10MB Speicher im kostenlosen Paket inbegriffen. Das halte ich wirklich für zu knapp bemessen.

Jedoch gibt es auch ein, zwei Punkte, an denen bei Toolding noch Verbesserungsbedarf besteht. So ist das Design der Website leider nicht vollkommen responsiv. Das heißt im Klartext – ist die Monitorauflösung zu gering, muss seitlich gescrollt werden. Leider fällt die in vielen Büros noch übliche Auflösung von 1280×1024 Pixel schon in den Bereich “zu gering”. Auch wäre es schön, wenn man beim Hinzufügen von Karten diese direkt mit der Enter-Taste anlegen könnte und nicht jedes mal die Maus in die Hand nehmen müsste, um “ok” zu drücken.

Nichtsdestotrotz halte ich Toolding für sehr gelungen und bin gespannt, wie sich das Projekt weiterentwickelt. Nicht wenige der heutigen “Großen” haben mit einem Klon einer amerikanischen Seite angefangen.

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Anleitung: DSLR per WLAN mit dem Smartphone verbinden

DSLR per WLAN mit Smartphone verbindenSpiegelreflexkameras an und für sich sind schon was Feines. Zusammen mit einem Smartphone oder einem Tablet und der passenden App, lässt sich jedoch in Sachen Bedienkomfort und Flexibilität noch einmal einiges herausholen.

Im Normalfall wird die Kamera dabei per USB-Kabel an das Smartphone oder Tablet angeschlossen. Das schränkt jedoch die Bewegungsfreiheit ein. Noch besser wäre es doch, wenn die DSLR per WLAN mit dem Smartphone verbunden wäre. Und wie das geht, möchte ich euch nachfolgend zeigen.

Zum Einsatz kommen ein TP-Link WR703N Router, eine Nikon D90 (funktioniert aber auch mit fast allen anderen DSLR, die einen USB-Anschluss haben) und ein Samsung Note 10.1 (N8000) Tablet.

Wie soll das funktionieren?

Bevor es losgeht, noch ein paar kurze Worte zu dem, was wir vorhaben. Eine Spiegelreflexkamera lässt sich nicht einfach wie ein Laptop per USB-WLAN-Stick erweitern, weswegen wir ein wenig “tricksen” müssen.
Hierzu nutzen wir einen günstigen und kleinen WLAN-Router (TP-Link WR703N) und spielen diesem eine neue Firmware (OpenWRT) auf. Da OpenWRT Linux-basiert ist und der Router dementsprechend wie ein kleiner PC agiert, können wir die Kamera per USB mit dem Router verbinden. Auf dem Router selber läuft dann noch ein kleines Server-Programm (DD Server), der die Kamera über das WLAN des Routers freigibt.

WLAN DSLR benoetigte Hardware - 1  WLAN DSLR benoetigte Hardware - 2  WLAN DSLR benoetigte Hardware - 3

Danach können wir mit jedem beliebigen Android-Smartphone oder -Tablet sowie per Windows-Computer/-Notebook kabellos auf die Kamera zugreifen.

Folgende Teile werden für dieses Tutorial benötigt:

  • TP-Link WR703N Router
  • Eine Powerbank (mobiler Akku mit USB-Schnittstelle)
  • Notebook mit Windows
  • Smartphone oder Tablet mit Android

Vorbereitung des Routers

Wenn ihr alle Teile zusammen habt, kann es mit der Konfiguration des Routers losgehen. In diesem Schritt bekommt der WR703N zuerst eine neue Firmware und danach die grundlegende WLAN-Konfiguration verpasst. Zum Aufspielen (=Flashen) der neuen Firmware lest euch bitte folgenden Artikel von mir durch, in dem ich den Vorgang schon einmal Schritt-für-Schritt erklärt habe. Wenn ihr mit dem Flashen fertig seid, geht es dann in diesem Artikel mit dem nächsten Absatz weiter.

>> TP-Link WR703N flashen – so geht’s!

Installation geglückt? Der Router läuft nun mit OpenWRT? Sehr gut – dann kommen wir nun zur Konfiguration des WLANs. Hierzu loggt ihr euch über die Weboberfläche (http://192.168.1.1) auf dem Router ein. Wechselt nun auf den Reiter “Network” und dann auf den Unterreiter “Wifi”. Klickt auf den “Edit”-Button des bestehenden Netzwerks.

Im ersten Schritt muss nun der Name des Netzwerks vergeben werden. Dies ist der angezeigte WLAN-Name, unter dem die Kamera später zu finden sein wird. Weiter sollte der Modus auf “Access Point” und das Netzwerk auf “lan:” gestellt werden. Ein Klick auf “Save & Apply” übernimmt die Einstellungen. Nun muss das Netzwerk mit einem Klick auf “Enable” aktiviert werden.

WR703N Wifi Konfiguration - 1  WR703N Wifi Konfiguration - 2  WR703N Wifi Konfiguration - 3

Im nächsten Schritt wechseln wir auf den “Wireless Security”-Reiter, wählen als Verschlüsselungstechnik (Encryption) “WPA-PSK/WPA2-PSK Mixed Mode” aus und vergeben im Feld “Key” das Passwort für das WLAN-Netzwerk. Nach dem Setzen der Einstellungen folgt noch mal ein Klick auf “Save & Apply”.

Installation der Serversoftware

Nun, da der Router einsatzbereit ist, geht es an die Installation der Serversoftware, die eure Spiegelreflexkamera im Netzwerk freigibt. Da der Router selbst nicht mit dem Internet verbunden ist, müssen wir die Serversoftware und deren Abhängigkeiten von Hand aufspielen.

Hierzu laden wir uns die .ipk-Datei des Servers von der DslrDashboard-Downloadseite herunter. (Der Downloadlink befindet sich ganz am Ende der Seite und heißt in etwa “ddserver0.2-12ar71xx.ipk” wobei die Version variieren kann.) Zudem benötigen wir noch die Pakete “libusb-1.0“, “uclibcxx“, “libpthread” und “librt“.

IPK Installation - 1  IPK Installation - 2

Nun müssen wir die .ipk-Dateien auf den Router übertragen. Während des Flashens haben wir bereits den SSH-Zugang aktiviert, sodass wir uns nun per WinSCP mit dem Router verbinden können. Achtet bei der Verbindung darauf, dass ihr als Modus “SCP” und nicht das voreingestellte “SFTP” wählt. Wenn ihr verbunden seid, kopiert die .ipk-Dateien in das “/tmp”-Verzeichnis.

Jetzt müssen wir uns per SSH mit dem Router verbinden, um die .ipk-Dateien zu installieren. Ich habe hierfür das Programm Putty genutzt, wobei die Wahl des SSH-Clients eigentlich egal ist. Nach der Verbindung installiert ihr die Pakete mit folgenden Befehlen.

$ opkg install /tmp/uclibcxx0.2.4-1ar71xx.ipk
$ opkg install /tmp/libpthread0.9.33.2-1ar71xx.ipk
$ opkg install /tmp/librt0.9.33.2-1ar71xx.ipk
$ opkg install /tmp/libusb-1.01.0.9-1ar71xx.ipk
$ opkg install /tmp/ddserver0.2-12ar71xx.ipk

Den Namen der .ipk-Dateien müsst ihr gegebenenfalls auf die Dateinamen eurer .ipk-Datei anpassen, da sich die Versionen ab und zu aktualisieren.
Nun müssen wir den Server nur noch in den “Autostart” setzen. Hierzu reicht folgender Befehl.

$ /etc/init.d/ddserver enable

Damit ist der Router nun fertig und die Verbindung mit dem Smartphone oder Tablet kann hergestellt werden. Wie das gelingt, erkläre ich im folgenden Abschnitt.

Smartphone per WLAN mit DSLR verbinden

Um uns nun mit der Kamera zu verbinden, sind folgende Schritte nötig.

  1. Trennt die LAN- und USB-Verbindung des Routers, falls dieser noch mit eurem PC verbunden ist.
  2. Verbindet nun den Router mit der Powerbank (dem mobilen Akku) und wartet 1-2 Minuten, bis der Router hochgefahren ist. (Tipp: Wenn die blaue LED durchgängig leuchtet, ist der Router hochgefahren.)
  3. Verbindet nun die Spiegelreflexkamera per USB-Kabel mit dem Router und schaltet die Kamera danach ein.

Nun geht es auf dem Smartphone/Tablet weiter. Wechselt in die WLAN-Einstellungen eures Androidgeräts und verbindet euch mit dem WLAN des TP-Link Routers, installiert die App “DslrDashboard” aus dem Google Playstore oder (noch besser) die aktuelle qDslrDashboard Version von der Entwicklerseite und öffnet dann die App und haltet das zweite Icon von links für ein paar Sekunden gedrückt.

Android per WLAN mit DSLR verbinden - 1  Android per WLAN mit DSLR verbinden - 2  Android per WLAN mit DSLR verbinden - 4

In dem Dialogfenster, welches sich öffnet, musst ihr die IP-Adresse des Routers angeben. Wenn ihr bei der Konfiguration jedoch nichts verändert habt, könnt ihr die vorgegebene IP-Adresse beibehalten und euch nun mit der Kamera verbinden.

Ein abschließender Klick auf den “LV”-Button (LV=LiveView) zeigt euch nun das Bild der Live-Kamera an. Herzlichen Glückwunsch – ihr habt es geschafft. Von nun an könnt ihr so ziemlich jede Einstellung eurer Kamera drahtlos vornehmen, Bilder aufnehmen, betrachten und von der Kamera auf euer Tablet kopieren.

Windows-PC per WLAN mit der Kamera verbinden

Unter Windows läuft die Verbindung fast identisch wie mit einem Androidgerät ab. Zuerst muss wieder der Router vorbereitet werden. Dies geschieht analog zu der Erklärung im ersten Absatz des vorhergegangenen Android-Abschnitts.

Jetzt benötigen wir die Windows-Variante von qDslrDashboard, welche ebenfalls kostenlos auf der Entwickler-Webseite heruntergeladen werden kann.

Windows PC per WLAN mit DSLR verbinden - 1  Windows PC per WLAN mit DSLR verbinden - 2  Windows PC per WLAN mit DSLR verbinden - 3

Habt ihr die Software geladen, könnt ihr euch mit dem WLAN des TP-Link Routers verbinden, die Software starten und euch mit einem langen Klick auf das zweite Icon von links mit der Kamera verbinden.

Fazit

Mit ein wenig kostengünstiger Hardware und ein bisschen Vorbereitungszeit lässt sich ohne großen Aufwand ein kabelloses und vor allem einfach zu bedienendes Fernsteuerungssystem für viele gängige Spiegelreflexkameras aufsetzen.

Wer nicht mit zwei linken Händen auf die Welt gekommen ist und zudem ein wenig Ahnung von IT hat, der sollte die Einrichtung des Systems ohne größere Schäden überstehen. Solltet ihr dennoch Fragen zur Einrichtung des Systems haben oder Hilfe benötigen, so schreibt mir einfach einen Kommentar. Zudem würde ich mich sehr freuen eure Meinungen zu obigem “Hardware Hack” zu erfahren.

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Webmaster Friday: WordPress Basics – die Grundeinstellungen

Infografik: Der WordPress MasterplanHeute mache ich seit langem mal wieder beim Webmaster Friday (der wöchentlichen Blogparade von Martin Missfeldt) mit. Das Thema der Woche lautet: “WordPress Basics – Grundeinstellungen eines WP-Blogs“. Dabei geht es verallgemeinert gesagt darum, welche Grundeinstellungen wir (die Teilnehmer des Webmaster Friday) beim Aufbau eines neuen WordPress Blogs setzen. An welchen Schrauben wir drehen, welches Theme wir nehmen und welche Plugins wir für unabdingbar halten.

Grundsätzlich habe ich das Theme im Januar schon bildlich in Form einer Infografik erschlagen. Diese Infografik, meinen sogenannten WordPress-Masterplan, möchte ich deshalb auch noch einmal hier auf der rechten Seite des Artikels einblenden. (Wenn ihr Probleme mit der Lesbarkeit der Infografik habt, dann öffnet die Grafik entweder mit einem Rechtsklick in einem neuen Tab, speichert sie euch auf der Festplatte ab oder klickt in der Lightbox ein zweites Mal auf die Grafik, dann wird sie auch größer.)

Nichtsdestotrotz ist so eine Infografik natürlich nur ein Überblick, sodass ich nachfolgend noch ein paar Worte zu der Eingangsfragestellung verlieren möchte.

Grundeinstellungen

Prinzipiell verstelle ich nach der WordPress-Installation nicht viel an den Standardeinstellungen. Was ich jedoch immer mache, ist Folgendes:

  • Umwandlung von ;-) in Smiley-Grafiken deaktivieren
    (Einstellungen -> Schreiben -> Haken bei “Wandle Emoticons wie :-) und :-P in Grafiken um.” rausnehmen)
  • Liste mit Ping-Services erweitern
    (Einstellungen -> Schreiben -> “Update Services” Liste um weitere Dienste erweitern)
  • Volltext RSS-Feeds aktivieren
    (Einstellungen -> Lesen -> “Zeige im Newsfeed” auf “ganzen Text” setzen)
  • Die Permalink-Struktur anpassen
    (Einstellungen -> Permalinks -> “Tag und Name” auswählen)

Mehr verstelle ich grundsätzlich nicht an den Standardeinstellungen. Die Kommentare lasse ich im Normalfall immer offen.

Das Theme

Beim Theme tue ich mich immer schwer. Da bin ich sehr wählerisch. Mit dem Standtheme von WordPress habe ich noch keinen Blog betrieben und werde es vermutlich auch in Zukunft nicht. Das ist mir einfach nicht individuell genug.

Meistens greife ich auf kostenlose Themes zurück, die auf diversen Webseiten vorgestellt werden oder versuche mein Glück einfach mit einer Suchanfrage wie “Top free WordPress Themes 2014″. Da kommen dann meist ein paar Blogartikel raus, die wiederum wirklich ansehnliche Themes vorstellen.

Je nach Projekt und Budget kaufe ich aber auch ganz gerne mal ein Theme bei Themeforest oder Mojo Themes.

Plugins

Wie in dem allgemeinen Artikel zu meinen Lieblings-WordPress Plugins und dem Artikel zu meinen Lieblings-WordPress SEO-Plugins schon beschrieben, nutze ich gerne und auch recht viele Plugins in meinen Blogs. Die Auswahl hängt aber vom jeweiligen Blog und Projekt ab. Ein paar Plugins die jedoch in eigentlich jedem meiner Blogs Anwendung finden sind Folgende:

  • BWP Google XML Sitemaps, welches automatisch die Sitemap-XMLs generiert und viele Einstellungsmöglichkeiten bietet.
  • Antispam Bee als Spam-Filter. Ja, Askimet kann das auch und wird direkt von WordPress mitgeliefert. Bessere Erfahrungen habe ich jedoch mit Antispam Bee gemacht.
  • BackWPup Free zur Absicherung, sprich zum automatischen Anlegen von Backups, des Blogs. Läuft stabil, ist einfach zu bedienen und dennoch recht mächtig im Funktionsumfang.
  • OrangeBox als Lightbox Plugin. Light Boxen, spricht diese netten Overlays, in denen man sich Bilder größer anzeigen lassen kann, gibt es wie Sand am Meer. Mit OrangeBox fahre ich jetzt jedoch schon seit Jahren gut.
    Die Vorteile? Relativ wenig Code, klein, schnelle Ladezeiten und vor allem bisher zu allen meinen anderen Plugins kompatibel. Viele andere Lightbox Plugins haben immer wieder Kompatibilitätsprobleme gehabt. Mit der OrangeBox hatte ich das bisher nicht.

Das sind jetzt nur vier Plugins. In der Praxis setze ich wesentlich mehr ein. Das hängt dann aber, wie bereits gesagt, vom Projekt, dem Themenbereich und dem zur Verfügung stehenden Server oder Webspace ab, denn manche meiner Plugins benötigen auch bestimmte Voraussetzungen was den Server angeht.

Andere Meinungen

Soviel zu meinen “WordPress Basics”. Nun würde mich interessieren, wie ihr vorgeht, wenn ihr einen neuen Blog anlegt. Decken sich einige meiner Empfehlungen und Arbeitsschritte mit euren oder verfolgt ihr einen ganze anderen Ansatz?

Nachfolgend noch ein paar Leseempfehlungen zu den anderen Teilnehmern des dieswöchigen Webmaster Fridays:

  • Alex geht in seinem Artikel auf den Editor, CommentLuv zur Beteiligungssteigerung und Widgets ein.
  • Karls Ansatz deckt sich in erstaunlich vielen Punkten mit meinem. Mit dem Jetpack-Plugin konnte ich mich jedoch bisher nicht anfreunden.
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