Ich und das Programmieren

Ich und das ProgrammierenFolgender Artikel ist mein Beitrag zu meiner ersten, eigenen Blogparade, die unter dem Titel “Ich und das Programmieren” läuft. Als Initiator möchte ich natürlich Vorbild sein und lege mit diesem Artikel vor. Ich hoffe das einige von euch an der Blogparade teilnehmen und nachlegen. Mehr Infos zur Blogparade findet ihr hier.

Wie ich zum Programmieren kam

Programmieren (oder sollte ich besser sagen Scripten) beschäftigt mich mittlerweile über mein halbes Leben lang. Begonnen hat alles gegen 2002. Also gut 3 Jahre bevor YouTube Einzug in das Internet hielt und ich noch per 56k Modem surfte. Damals war ich 12 Jahre alt und fing an meine erste Homepage zu “bauen”. Da ich keine Lust auf Baukästen hatte und meine Eltern es gut mit mir meinten, schickten sie mich zu einem HTML-Kurs an die örtliche VHS (Volkshochschule).

Beflügelt von den neuen Kenntnissen schuf ich meine erste eigene Homepage. Mit Witzen, blinkenden GIFs und Marquee-Laufschriften. Halt allem, was man für eine ordentliche Homepage damals brauchte. Erreichbar war die Seite über die originelle Domain www.raffiausgoslar.de.vu, was ich insgeheim bis heute bereue, weil ich den Nicknamen immer noch nicht ganz aus allen Online-Diensten verbannt bekommen habe. Gehosted wurde dieser Meilenstein der HTML-Geschichte auf einem kostenlosen Webspace von AOL – der sogenannten AOL-Hometown.

Seit dieser Zeit an, war mein Interesse an Computern nicht mehr zu bremsen und neben dem Durchspielen sämtlicher Teile der “Need For Speed”-Rennspielserie, wuchs immer mehr der Drang eigene Computerprogramme zu erschaffen. Ich las viel im Internet, ging in Freistunden in die Schulbibliothek und bastelte in den großen Pausen an meiner Homepage. Zwischenzeitlich brachte ich mir die Grundzüge in PHP, (My)SQL und Javascript bei. Dennoch wollte ich mehr. Ich wollte “richtige” Computerprogramme schreiben, keine Internetseiten. Mehr als ein paar kleinere Batch- und VBS-Skripte kamen jedoch nicht zustande. Mir fehlte einfach der Ansatz und ich wusste nicht wie und wo ich anfangen sollte. Um diesen Missstand zu beheben ,entschied ich mich in der 10.ten Klasse für ein Schulpraktikum in einer Softwarefirma.

Im Rahmen dieses Praktikums brachte man mir die Grundzüge der Programmierung in C# bei und bot mir zum Ende des Praktikums an, neben der Schule weiterhin zum Lernen und Arbeiten vorbeizuschauen, was ich dankend annahm.

In meiner Freizeit lernte ich weiter fleißig C# und programmierte alles, was mir in den Sinn kam. Dabei habe ich das Rad bestimmt nicht nur einmal neu erfunden. Computerspiele wurden durch Entwicklungsumgebungen ersetzt und Programmieren wurde meine Leidenschaft.

Nach 3 Jahren verließ ich 2011 die Softwarefirma, da ich mein Abitur gemacht hatte, zog vom Harz in das Ruhrgebiet und begann ein Duales Studium. 2013 schloss ich meine Ausbildung als Fachinformatiker Anwendungsentwicklung ab und im kommenden Frühjahr hoffentlich auch meinen Bachelor der Wirtschaftsinformatik.

Soviel zu meinem Weg zur Programmierung. Die Freude an der ganzen Geschichte ist mir bis heute erhalten geblieben. Lediglich die Freizeit ist etwas knapper gesät, sodass für Hobbyprojekte nicht mehr ganz so viel Zeit ist wie vor ein paar Jahren noch.

Sprachen und Frameworks – was braucht man?

Mittlerweile habe ich schon in einigen Sprachen Projekte umgesetzt. Und ich bleibe dabei, dass wenn man die Grundzüge verstanden hat, die meisten Sprachen nur eine Frage der “Vokabeln” sind. Man beginnt also nicht jedes Mal von Neuem, wenn man eine neue Sprache lernt. Das wichtigste ist Übung und regelmäßiges Schreiben, sonst vergisst man die “Vokabeln” ergo Befehle wieder.

Am fittesten bin ich immer noch in C#.NET. Java, HTML, CSS, Javascript, (jQuery), (AngularJS), (NodeJS), PHP, MySQL und T-SQL gehen mir aber auch noch ganz gut über die Finger. Eher seltener habe ich Kontakt mit folgenden Sprachen gehabt: ABAP, Perl, VBA, VBS, Batch, Bash-Skript, C, C++.

Gerne lernen würde ich noch: Dart, GO, F#, Python und Ruby. Doch wie das mit dem Hobbyprojekten so ist – es fehlt die Zeit. Auch würde ich gerne noch das ein oder andere PHP und JS-Framework ausprobieren und lernen. Aber auch hier bin ich durch begrenzte Freizeit-Kapazitäten eingeschränkt.

Programmieren als Pflichtfach?

Eine Frage aus dem Beispielfragenkatalog zur Blogparade ist noch offen – und zwar jene, ob Programmieren ein Pflichtschulfach werden sollte. Ich habe diese Frage bewusst gestellt, da ich erwarte, dass sie polarisieren und vielleicht die eine oder andere anregende Diskussion lostreten wird, aus der wir alle unseren Nutzen ziehen können.

Mein Standpunkt zu dieser Frage ist folgender. Ein eigenes Schulfach halte ich für übertrieben, jedoch sollte das Programmieren einen zugesicherten Anteil des Informatikunterrichts ausmachen und dieser wiederum sollte Pflichtfach sein. Wenn ich von Programmieren in der Schule rede, dann meine ich nicht das reine Lernen der Syntax einer Sprache, sondern vor allem auch die Vermittlung der Grundlagen und Konzepte, die hinter einer zeitgemäßen Softwareentwicklung stehen. Eine (oder mehrere) Sprachen zu lernen ist dann nur noch das “Topping”.

Meine Aussage begründe ich dadurch, dass heutzutage in fast jedem Job ein Computer gebraucht wird, fast alle Schüler einen eigenen (oder zumindest Zugang zu einem) Computer haben und dennoch die meisten von der Schule kommen und nicht viel mehr als “surfen und chatten” können. Computerkenntnisse sind in der Arbeitswelt meiner Meinung nach mehr gefragt, als Wissen über Komponisten des 17ten Jahrhunderts und dennoch kommen die meisten Schüler mit einem besseren Wissen in Musik als in Informatik von der Schule.

Ein weiteres Argument für meinen Standpunkt ist die Tatsache, dass immer mehr Produkte einen Prozessor “verpflanzt” bekommen – immer mehr Gegenstände in unserem Alltag softwaregesteuert sind. Ich finde es wichtig zumindest in Grundzügen die Werkzeuge bzw. das Handwerk zu kennen, das so vieles in unserer Welt antreibt. (Auch, bzw. vor allem, wenn man später nicht Softwareentwickler wird.)

Und wie steht ihr zum Programmieren?

Und nun gebe ich das Wort an euch. Wie steht ihr zum Programmieren. Liebe oder Hass? Passion oder Folter? Falls ihr einen Blog habt, nehmt doch einfach an meiner Blogparade teil. Ansonsten freue ich mich aber auch darüber eure Antworten, Meinungen und Standpunkte in den Kommentaren unter diesem bzw. dem Artikel zur Blogparade zu lesen.

Ich und das ProgrammierenÜber den Autor: Dieser Artikel, sowie 363 andere Artikel auf code-bude.net, wurden von Raffael geschrieben. – Seit 2011 blogge ich hier über Programmierung, meine Software, schreibe Tutorials und versuche mein Wissen, so gut es geht, mit meinen Lesern zu teilen. Zudem schreibe ich auf derwirtschaftsinformatiker.de über Themen meines Studiums.  //    •  • Facebook  • Twitter


1 Kommentare

  1. Ich liebe das Programmieren. Angefangen habe ich damals mit C++, als 15-Jähriger. Es hat mich viel viel Zeit meiner Jugend gekostet. Aber heute kann ich damit meine Brötchen verdienen – ist doch ne Klasse Sache! Auch finde ich die Community Rund um die verschiedenen Programmiersprachen toll. Ob es jetzt z.B. dieser Blog hier ist, die IRC-Channels oder User-Treffen in Großstädten. Ich kenne keinen Programmierer der super-unsymphatisch wäre. Ich habe viele Freunde durch dieses Hobby und diese “Berufung” gefunden.

    One Love :)

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