Apps erstellen ohne Programmierkentnisse

eezzyy-logoDiejenigen unter meinen Lesern, die wie ich in der IT-Branche arbeiten, kennen sicherlich folgende Situation: “Du machst doch was mit Computern. Ich hätte da mal eine Frage…”

Dabei ist es vollkommen irrelevant, ob man Programmierer, IT-Manager oder IT-Einkäufer ist. Sobald man im IT-Gewerbe tätig ist, hat man den Stempel weg und wird von Familie, Freunden, Bekannten sowie deren Freunden und Bekannten fleißig bei allen IT-Fragen zurate gezogen. Und so kam es, das mir vor Kurzem wieder eine Frage zum Thema App-Programmierung gestellt wurde, welche wie folgt lautet: “Kann man Apps eigentlich erstellen, ohne Programmieren zu können? Ich möchte nicht für jede Änderung eine Agentur zurate ziehen!”

Bei solchen Fragen schlackern mir jedes Mal die Ohren. Auch wenn IT nichts physisch Greifbares ist, so kosten solche Dinge wie eine App zu programmieren viel Zeit und machen Arbeit. Dennoch habe ich mich mal nach Lösungen umgeschaut und einen Kompromiss gefunden, den ich dem Bekannten vorgeschlagen habe und den ich euch im Folgenden vorstellen möchte.

Native Apps per Generator erstellen

Der Kompromiss zwischen teurer Individualentwicklung und der Möglichkeit die Oberhand über die App zu behalten nennt sich eezzy.de und ist ein Onlinedienst, über den Apps erstellt, verwaltet und in den App-Stores veröffentlicht werden können. Bisher unterstützt eezzy die Android- und iOS-Plattform. Weitere Plattformen sind laut Firmenwebseite jedoch in Planung.

Das Besondere an eezzy ist die Tatsache, dass die Apps vollständig “zusammengeklickt” werden können. Über den Mitgliedsbereich der Webseite gelangt man zu einem visuellen Designer, in der die Apps gestaltet und mit Inhalten befüllt werden können. Programmierkenntnisse sind hierzu nicht nötig.

Damit ihr euch ein besseres Bild von oben genannten Features machen könnt, habe ich für diesen Artikel mal eine kleine Beispielapp für meinen Blog erstellt und die wesentlichen Schritte dabei festgehalten.

Erstellung einer Beispiel-App

Nachfolgend wollen wir eine kleine App zu diesem Blog hier bauen. Die Registrierung bei eezzy ist grundlegend kostenfrei und geht schnell von der Hand. Nach dem Login findet man sich im Dashboard wieder. Dies ist die “Schaltzentrale” von wo aus sich die eigenen Apps verwalten und bearbeiten lassen, ein Überblick über die Nutzungszahlen der Apps gegeben wird und Nutzer der jeweiligen Apps mit Push-Nachrichten kontaktiert werden können.

eezzy - Registrierung  eezzy - Dashboard  eezzy - Appeinstellungen

Zu Beginn klicken wir auf den Butten “Einstellungen” im Kasten “Nächste Schritte”. Hier können wir nun auf 5 verschiedenen Reitern die Grundeinstellungen unserer App festlegen. Ich habe hier Namen, Logo und Navigationsart festgelegt. Die Navigationsart beschreibt die Darstellung des Menüs in der späteren App, kann aber jederzeit umgeschaltet werden.

Wenn die Grundeinstellungen gesetzt sind, kann es an die Inhalte gehen. Inhalte werden in eezzy über die sogenannten “Tabs” gepflegt. Ein Tab entspricht einem Menüpunkt der späteren App. Tabs können jederzeit und aus jedem Punkt des eezzy-Backends angelegt werden. Hierzu reich ein Klick auf den grünen “+ Tab hinzufügen” am linken Rand des Backends.

eezzy - Tabs  eezzy - Tab - RSS  eezzy - Tab - Kontakte

eezzy - Tab - Kontakte - 2Derzeit stehen 25 verschiedene Module zur Verfügung, die man für einen Tab auswählen kann. Die Module helfen bei der Erstellung und Pflege der Inhalte des Tabs. So gibt es vom schlichten HTML, in dem der Tab-Inhalt per HTML-Code gestaltet werden kann, bis hin zum Kontakt-Modul, mit dem eine komplette Kontaktdatenbank aufgebaut werden kann, ziemlich alles, was das Herz begehrt. In unten stehenden Screenshots habe ich euch einmal die Erstellung eines Kontakt- und eines RSS-Tabs bildlich festgehalten.

Wie gut zu erkennen ist, hat jedes Modul seine eigene grafische Oberfläche, die die Pflege der Daten erleichtert und abgesehen vom HTML-Modul, kommt man so auch vollständig ohne Programmierkenntnisse aus.

Um sich die Ergebnisse seiner Arbeit vorab ansehen zu können, gibt es eine sogenannte Vorschau-App. Diese App kann kostenlose im Google Play Store oder in iTunes heruntergeladen werden.

eezzy - Vorschau  eezzy - App - Vorschau QR-Code  eezzy - App - Home

Nach Installation und Start der App wechselt man auf den QR-Code-Scanner-Reiter in der App und klickt auf der eezzy-Webseite auf den “App-Vorschau”-Button in der oberen Menüleiste.

eezzy - App - Kontakteübersicht  eezzy - App - Kontaktdetail  eezzy - App - RSS

Einmal mit der Webseite gekoppelt, zeigt die Vorschau-App nun immer den aktuellen Entwicklungsstand der App, sodass man vorab sehen kann, wie sich die App auf einem Endgerät macht.

Veröffentlichung, Kosten und Nutzen

Ist man mit der App zufrieden, kann man die App direkt aus dem eezzy-Backend in die Appstores der großen Anbieter versenden. An diesem Punkt endet jedoch die kostenlose Phase von eezzy. Wie ich Eingangs schon angedeutet hatte, wollte ich einen Kompromiss vorstellen.

eezzy - AboUnd zwar jenen zwischen sehr teurer Individualentwicklung und Flexibilität bei der Aktualisierung. So kostet auch eezzy Geld, jedoch weniger als eine Individualentwicklung und Pflege kosten würde. Je nach Anforderungsprofil schlägt eezzy mit 9,90€ bis 19,90€ pro Monat zu buche. Hinzu kommt noch eine einmalige Einrichtungsgebühr von ~400€.

Sicherlich ist auch das kein Pappenstiel, aber dafür erhält man ein Werkzeug, mit dem man seine App ohne Programmierkenntnisse erstellen und gestalten kann. Die Alternative wäre besagte Individualentwicklung, welche jedoch teurer sein wird und vor allem auf lange Sicht und je nach Frequenz der gewünschten Updates teuer zu buche schlägt.

Apps erstellen ohne ProgrammierkentnisseÜber den Autor: Dieser Artikel, sowie 363 andere Artikel auf code-bude.net, wurden von Raffael geschrieben. – Seit 2011 blogge ich hier über Programmierung, meine Software, schreibe Tutorials und versuche mein Wissen, so gut es geht, mit meinen Lesern zu teilen. Zudem schreibe ich auf derwirtschaftsinformatiker.de über Themen meines Studiums.  //    •  • Facebook  • Twitter


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