Apps zur Kontrolle des eigenen Smartphone-Suchtverhaltens

Smartphone SuchtAlso vor 15 Jahren ungefähr war es längst noch nicht Standard, dass Grundschulkinder und Jugendliche ein Handy besaßen. Heute ist es nicht einmal mehr das, fast ausnahmslos jeder ist im Besitz eines Smartphones. Schon klar, es ist schön, immer und überall erreichbar zu sein. Viele von uns scheinen jedoch vergessen zu haben, wie es damals war, so ganz ohne die geballte Technik in der Hosentasche. Verzichten möchte, und möglicherweise kann heutzutage kaum noch jemand. Kein Wunder, dass in den Medien mittlerweile sogar schon von Smartphone-Sucht die Rede ist.

In einem Versuch haben Studenten der Uni Bonn im Durchschnitt etwa alle 12 Minuten ihr Handy in den Händen gehalten und getippt, gespielt, das Newsfeed bei Facebook kontrolliert oder einfach nur auf die Uhr geschaut.

Da kommen die Informatiker und Psychologen der Universität Bonn mit genau der richtigen Spielerei um die Ecke. Für alle, die sich fragen, ob sie unter einer ernst zu nehmenden Smartphone–Sucht leiden, gibt es jetzt eine App, die das tägliche Nutzungsverhalten misst. „Menthal“ heißt sie und tausende von Smartphone–Usern haben sie sich schon heruntergeladen. Der Ansturm war sogar so enorm, dass der Sever kurzzeitig zusammenbrach.

Und was machen die Smartphone–Nutzer nun den lieben langen Tag mit ihrem Telefon? Schließlich gibt es nicht permanent ein absolut lesenswertes Newsfeed–Update. Auch kommen nicht permanent neue Chatnachrichten an. Sie zocken mit ihrem Telefon! Spieleentwickler machen es ihnen dabei mit ihren immer neuen, kreativen Ideen ziemlich schmackhaft, neue Spiele auszuprobieren. Auf Platz eins der aktuellen Downloadcharts ist derzeit das Spiel Quizduell, in dem sich Freunde und Fremde in verschiedenen Kategorien einem Allgemeinwissenstest unterziehen können.

Doch zurück zur Smartphone–Sucht. Wie schon angedeutet begleitet uns das mobile Telefon eigentlich immer und überall. Für alle, die das ständige „nachschauen, ob etwas passiert ist“ schon dermaßen in Mark und Bein übergegangen ist, dass sie gar nicht mehr mitbekommen, wie sehr sie sich eigentlich von anderen Dingen durch die permanente Telefonnutzung ablenken, beispielsweise Unterhaltungen mit Freunden und Bekannten, die sollten sich die Menthal–App herunterladen und das eigene Suchtpotenzial checken. Vielleicht hilft die App ja dabei, das Telefon auch mal zu Hause zu lassen. Immerhin soll es Leute geben, die Verabredungen absagen, weil der Telefonakku leer ist und sie somit auf ihr Smartphone verzichten müssten (Beispiel stammt von Gutefrage.net).

Das Artikelbild steht unter CC-Lizenz und stammt von Xjs-Khaos.

Apps zur Kontrolle des eigenen Smartphone SuchtverhaltensÜber den Autor: Dieser Artikel, sowie 363 andere Artikel auf code-bude.net, wurden von Raffael geschrieben. – Seit 2011 blogge ich hier über Programmierung, meine Software, schreibe Tutorials und versuche mein Wissen, so gut es geht, mit meinen Lesern zu teilen. Zudem schreibe ich auf derwirtschaftsinformatiker.de über Themen meines Studiums.  //    •  • Facebook  • Twitter


5 Kommentare

  1. Ich hab mir ehrlich gesagt noch nie diese Frage gestellt. Es ist zwar so, dass das Smartphone mittlerweile in fast allen Belangen des täglichen Lebens eine wichtige Rolle spielt, jedoch vergesse ich ganz oft mein Handy bis zum Abend und bemerke dann erst die ganzen Nachrichten und verpassten Anrufe. Die App zur Kontrolle find ich jedoch echt drollig :)

  2. Ich persönlich finde Smartphones supper, ich kann kostenlos jederzeit meiner Familie, meinen Freunden oder meiner Freundin schreiben, ich checke regelmäßig meine Mails und höre unheimlich gern Musik.
    Was ich aber sehr bedauere ist das schüchterne Jugendliche sich hinter ihren Smartphones verstecken und dies ist sehr neagtiv für sie.
    Ich persönliche würde sagen ich bin nicht süchtig aber wenn ich unterwegs bin und vieles zu tun habe dann bin ich halt dauernd am Handy, dies verringert meine Arbeitszeit aber auch um einge Stunden zu Hause.

    Ich würde meinem Kind niemals vor 12 ein Smartphone in die Hand drücken das über 50€ kostet.

    • Ob die jugendlichen Schüchtern sind und sich hinter ihrem Smartphone verstecken sei mal dahin gestellt. Ich vermute, dass die meisten einfach eher keine Lust haben sich mit jemandem Fremden zu unterhalten und deshalb lieber mit ihrem Smartphone “spielen”.

      In dem Punkt mit dem 50€ Smartphone gebe ich dir allerdings recht. Als ich jung war, hatte ich auch kein teures Handy. Gut, zu meiner Zeit gab es auch noch keine Smartphones. Aber ich bin mir sicher, dass, selbst wenn es sie gegeben hätte, meine Eltern mir keines gekauft hätten.
      Ich bin regelmäßig schockiert, wenn ich am Bahnhof Grüppchen von Schülern im Alter zwischen 10-12 sehe, die ausnahmslos alle ein iPhone haben. Ich finde das muss nicht sein. Vor allem nicht so ein teures Gerät. Da geht den Kindern doch jeglicher Bezug zum Wert eines solchen Gerätes verloren. Das kostet mehrere hundert Euro. Wenn Sie sich das iPhone von Ihrem ersten Ferienjob kaufen würden, dann wüssten Sie mal, dass das eigentlich viel zu teuer ist, um es schon in solch frühem Alter geschenkt zu bekommen.

  3. Ich finde, man merkt das auch extrem in der U-Bahn, die ich täglich nutze. Die einzigen, die noch eine Zeitung in der Hand halten, sind die Obdachlosen. Alle anderen starren vertieft auf ihr Smartphone, um den Verkäufer nix geben zu müssen. Gut, früher haben sie sich hinter Ihrer Zeitung versteckt.

    LG Heinz

  4. Süchtig ist womöglich das falsche Wort. Es ist halt ein wesentlich wichtiger Bestandteil in unseren Leben geworden.

    Dazu ein Beispiel:
    Ich habe eine Woche kein Smartphone gehabt, obwohl ich darüber wirklich alles abwickle, war das kein Weltuntergang.
    Ein Kumpel ist das Smarphone aus der Hand gefallen und der war sowas von down, vor allem benutzt das Smarphone nicht mal für die Arbeit und Organisation. Der hat den ganzen Abend, ich meine wirklich den ganzen Abend, nur noch darüber gesprochen: “was mache ich denn jetzt bis Montag”, “ich habe kein Smarphone-Ersatz”, “wenn ich es Montag zur Reparatur gebe dann dauert es auch nochmal paar Tage bis ich es zurück habe” usw. usf.
    Der Abend war ab dem Zeitpunkt gegessen.

    Ist auch eine Sache wie man damit umgeht. Man kann es auf jeden Fall auch übertreiben.

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